Wertquote


Was ist die Wertquote?

Die Wertquote gibt den Anteil jeder einzelnen Stockwerkeinheit am Wert der Liegenschaft in Bruchteilen mit einem gemeinsamen Nenner an.

Im ZGB finden wir dafür den Artikel 712e I

Im Begründungsakt sind die räumlichen Ausscheidungen und der Anteil jedes Stockwerks am Wert der Liegenschaft oder des Baurechts in Bruchteilen mit einem gemeinsamen Nenner anzugeben. Änderungen der Wertquoten bedürfen der Zustimmung aller unmittelbar Beteiligten und der Genehmigung der Versammlung der Stockwerkeigentümer; doch hat jeder Stockwerkeigentümer Anspruch auf Berichtigung, wenn seine Quote aus Irrtum unrichtig festgesetzt wurde oder infolge von baulichen Veränderungen des Gebäudes oder seiner Umgebung unrichtig geworden ist.

Wie werden die Wertquoten festgelegt?

Diese werden bei der Begründung des Stockwerkeigentums festgelegt und sind im Reglement festgehalten. Sie werden häufig in Hundertstel oder Tausendstel ausgedrückt.

Für die Berechnungen gibt es rechtlich keine Grundlage. In der Praxis werden einerseits die messbaren Grössen genommen, wie zum Beispiel die Raumfläche oder der Rauminhalt der Einheiten. Andererseits können zusätzlich die qualitativen Gesichtspunkte des Empfindens und der Wertschätzung bezüglich der einzelnen Sondereinheiten (Bsp. Stockwerk, Gartenanteil, Dachterrasse, Keller ect.) einfliessen.

Welche Bedeutungen haben die Wertquoten?

Die Wertquote hat hauptsächlich folgende Bedeutung:

  • Gemäss ZGB 712h werden die Kosten über die Wertquote verteilt, sofern das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft keine andere Regelung kennt.
  • In der Regel erfolgen die Einlagen in den Erneuerungsfonds nach Massgabe der Quoten.
  • Die Wertquote drückt die Stimmkraft jedes Stockwerkeigentümers für Beschlüsse aus.
  • Beim absoluten Untergang des Stockwerkeigentums wird die Entschädigung der Gebäudeversicherung grundsätzlich im Verhältnis der Quote des Stockwerkeigentümers aufgeteilt.

Können Wertquoten verändert werden?

Ja, die Wertquoten können sich aus folgenden Gründen verändern:

  • räumliche Vergrösserung oder Verkleinerung des Gebäudes
  • Zusammenlegen oder Unterteilen von Stockwerkeinheiten
  • Aufhebung eines Sonderrechts unter Zuweisung zur gemeinschaftlichen Immobilie
  • bauliche Veränderungen in der Umgebung des Gebäudes

Im ZGB finden wir dafür den Artikel 712e II

Änderungen der Wertquoten bedürfen der Zustimmung aller unmittelbar Beteiligten und der Genehmigung der Versammlung der Stockwerkeingentümer; doch hat jeder Stockwerkeigentümer Anspruch auf Berichtigung, wenn seine Quote aus Irrtum unrichtig festgesetzt wurde oder infolge von baulichen Veränderungen des Gebäudes oder seiner Umgebung unrichtig geworden ist.